10.07.2019

Ehrenzeichen für verdiente THW-Helfer

Mit Karl Goller aus Roth ist erstmals ein Mitglied des Technischen Hilfswerks (THW) im Landkreis Roth für 50-Jährige Mitgliedschaft geehrt worden. Zusammen mit Goller wurden im Hilpoltsteiner „Haus des Gastes“ weitere drei Aktive der THW-Ortsverbände Roth und Hilpoltstein – Thomas Spitzbart (Hilpoltstein) und Peter Wunschel (Roth) für 25 Jahre, sowie Maximilian Rupp (Hilpoltstein) für 40 Jahre – für ihre langjährige ehrenamtliche Mitarbeit mit dem entsprechenden Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Wie Landrat Herbert Eckstein einleitend erläuterte, gibt es diese staatliche Ehrung für das THW für 25-, 40- und 50-Jahre ehrenamtliche Arbeit seit April 2013 für alle ehrenamtlichen Hilfsorganisationen in Bayern. Sie sei gleichzusetzen mit dem staatlichen Ehrenzeichen für die Feuerwehren für 25- beziehungsweise 40 Jahre, das ebenfalls vom Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann verliehen wird.

Eckstein betonte eingangs in seiner Laudatio, dass heute wieder einmal Menschen, die anderen Helfen im Mittelpunkt stehen. Er zeigte sich erfreut, dass in den beiden THW-Ortsverbänden gut 10 Prozent Frauen aktiv seien. So seien in Hilpoltstein von 70 Mitgliedern sieben Frauen und in Roth von 50 Mitgliedern sechs Frauen aktiv. Überhaupt sei es eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der man zusätzlich die Gewissheit habe, anderen in Notfällen helfen zu können. Eckstein betonte, dass sich der Staat besser dafür einsetzen sollte, die Jugend zur Mitarbeit in einer Hilfsorganisation zu bewegen. Noch dazu, weil sich eine solche Tätigkeit auch positiv auf andere Berufe auswirken würde. Helfen zu können und Helfen zu wollen sei ein Privileg, das nur wenige beherrschen würden, fuhr der Landkreis-Chef fort. Eckstein dankte allen Anwesenden, vor allem denen die heute geehrt würden, für ihr Engagement, das vor allem durch ein gutes Miteinander geprägt sei.

Für 25-Jährigen aktiven Dienst im Hilpoltsteiner THW-Ortsverband wurde Thomas Spitzbart ausgezeichnet. Spitzbart trat im Januar 1994 dem Technischen Hilfswerk bei. Nach seiner Grundausbildung und der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger sowie der Sprechfunkausbildung BOS und einem Lehrgang für Gasschweißen war er zunächst Fachhelfer und ab Oktober 1997 für sechs Jahre Truppführer der Bergung im Technischen Zug. Diese Position hatte Spitzbart nach einer kurzen Pause weitere sechs Jahre (von 09/2006 bis 06/2012) inne. Seither ist er – nach verschiedenen weiteren Lehrgängen – wieder als Fachhelfer der Bergung im Technischen Zug tätig. Thomas Spitzbart zähle zu den zuverlässigsten Helfern im THW-Ortsverband, betont deren Ortsbeauftragter Alexander Regensburger. Trotz seiner Selbstständigkeit schaffe er es regelmäßig, an den Ausbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Außerdem sei er bei nahezu jedem Einsatz in den letzten Jahrzehnten aktiv dabei gewesen. Durch die Tatsache, dass er ausgebildeter Pyrotechniker sei, könne er bei vielen Übungen mit vielfältigen Explosions-, Brand- und Raucheffekten zu sehr realistischen Szenarien beitragen.

Ebenfalls für 25-Jährigen aktiven Dienst im THW-Ortsverband Roth wurde Peter Wunschel, in den er im Oktober 1993 eingetreten ist, ausgezeichnet. Nach dem Abschluss seiner Grundausbildung war Wunschel ab 1998 Truppführer der 1. Bergungsgruppe. Diese leitete er von 1999 bis 2002 als Gruppenführer. Seit 2002 ist er wieder als Fachhelfer in der 1. Bergungsgruppe sowie als Atemschutzgeräteträger tätig. Neben seinen Fachausbildungen ist Peter Wunschel Helfersprecher, Grundausbilder und Einsatzleiter, sowie als Fahrer und Helfer bei Bereitschaftsdiensten auf den Autobahnen tätig. Seit 2000 hat Wunschel bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter ihnen das Helferzeichen in Gold mit Kranz sowie die Bundesflutmedaille für seine zahlreichen Einsätze erhalten.

Maximilian Rupp ist dem THW-Ortsverband Hilpoltstein im Jahr 1978 beigetreten. Nach seiner Grundausbildung und der Fachausbildung zum Kraftfahrer und Atemschutzgeräteträger war Rupp von 1979 bis 1987 Helfer in der 2. Gruppe Bergungszug. Seit 1987 ist Maximilian Rupp als Schirrmeister, bei der er für die stete Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Gerätschaften verantwortlich ist, tätig. Rupp sei bei nahezu jedem Einsatz und jeder Dienstveranstaltung in den vergangenen Jahrzehnten aktiv beteiligt gewesen, fügte der Ortsbeauftragte Alexander Regensburger hinzu. Seit dem Jahr 2000 hat sich Rupp als stellvertretender Vorsitzender und seit 2012 als 1. Vorsitzender der THW-Helfervereinigung stark für die Anschaffung von Gerätschaften und Fahrzeugen für den OV Hilpoltstein eingesetzt. In seiner Amtszeit seien drei PKW, ein E-Gabelstapler, ein Kastenaufbau-Anhänger, sowie diverse Werkzeuge und Geräte angeschafft worden. Besonders erwähnenswert sei der Bau einer Lagerhalle mit integrierter Gefahrgutaufbewahrung durch Mittel der Helfervereinigung. Besonders bemühe sich Maximilian Rupp um die gute Kameradschaft aller Hilpoltsteiner Hilfsorganisationen (BRK, Feuerwehr, Wasserwacht und Polizei). Nicht zuletzt trage er durch seine ganz persönliche Art und seine Tätigkeit in der THW-Helfervereinigung zum guten Miteinander in der Helferschaft im Ortsverband Hilpoltstein bei. Für seine Verdienste im THW ist Maximilian Rupp bereits mit zahlreichen Ehrungen bedacht worden.

Begleitet von launigen Bemerkungen führte Landrat Herbert Eckstein die Ehrung von Karl Goller für 50-Jährige Mitgliedschaft im THW-Ortsverband Roth – erstmals im Landkreis – durch. Er betonte hierbei, dass Goller – dessen Markenzeichen eigentlich die Lederhose sei – heute im feinen Tuch der THW-Uniform auftrete. Goller sei am 21. Juni 1969 in den THW-Ortsverband Roth eingetreten und sei von 1987 bis 1998 Gruppenführer Bergungsdienst gewesen. Außerdem sei er, der durch seine Brüder und seine Mutter zum THW kam, viele Jahre als Einsatzleiter für den Autobahndienst (Einteilung der Autobahneinsätze während der Ferienzeit) tätig gewesen. Eckstein betonte, dass Karl Goller immer da sei, wenn man ihn brauche. Seit dem Jahr 1991 und damit bereits 28 Jahre ist Karl Goller 1. Vorsitzender der THW-Helfervereinigung Roth. Für seine außergewöhnlichen Leistungen sei Karl Goller bereits mit zahlreichen Urkunden und Ehrenzeichen bedacht worden. Auch wenn Karl Goller eher der sei, der nicht öffentlich geehrt werden wolle, freue es ihn, wenn er ihm als ersten im Landkreis Roth dieses Ehrenzeichen für 50 Jahre anstecken dürfe, schloss Landrat Herbert Eckstein seine Laudatio für die Ehrungen.

Hilpoltsteins 2. Bürgermeisterin Ulla Dietzel betonte in ihrem Grußwort, dass das Technische Hilfswerk eine der wesentlichen Institutionen in der Gesellschaft in Hilpoltstein und dem Landkreis Roth darstelle. Ein besonderes Augenmerk werde hier der Jugend, die außergewöhnlich gut ausgebildet sei, gewidmet. Die Jugend wird zu einem wichtigen Bestandteil in der Bevölkerung erzogen. Dietzel dankte allen für ihre 25-, 40- oder 50-Jährige Tätigkeit zum Wohle ihrer Mitbürger. 

Nach den Ehrungen stellten sich die vier Geehrten zusammen mit ihren Ortsbeauftragten Manfred Loy aus Roth sowie Alexander Regensburger aus Hilpoltstein und Landrat Herbert Eckstein sowie Ulla Dietzel zu einem Erinnerungsbild auf.

 

Text: Rudolf Heubusch
Fotos: Bernhard Bergauer


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