Der Einstieg erfolgte am Freitagabend mit einer Theorieeinheit im Online-Format. Dabei vermittelten die Ausbilder grundlegende Kenntnisse zu Bodenarten, Materialkunde und dem taktischen Vorgehen an Einsatzstellen. Ein besonderer Fokus lag auf der Einschätzung von Gefahren. Instabile Grubenränder, nachrutschendes Erdreich oder unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten können für Einsatzkräfte schnell zur Bedrohung werden. Die Teilnehmenden beschäftigten sich deshalb intensiv mit der Frage, wie Einsatzstellen strukturiert erkundet und Risiken frühzeitig erkannt werden.
Praxis unter realistischen Bedingungen
Am Samstag ging es für die Teilnehmenden ins Gelände. Die Firma Eitel stellte dafür dankenswerterweise ein Übungsareal zur Verfügung und hob eine entsprechende Grube aus. Die Feuerwehr unterstützte die Ausbildung mit Gerät und fachlicher Expertise. So entstand ein enger Austausch zwischen den Organisationen, der für realitätsnahe Abläufe sorgte.
Im praktischen Teil stand das systematische Vorgehen an der Einsatzstelle im Mittelpunkt. Bereits bei der ersten Erkundung analysierten die Einsatzkräfte die Bodenverhältnisse und identifizierten mögliche Gefahrenstellen. Darauf aufbauend sicherten sie die Einsatzstelle ab und setzten erste Maßnahmen zur Stabilisierung der Grube um. Schritt für Schritt wurden diese Sicherungen erweitert, um eine sichere Rettung aus der Tiefe zu ermöglichen.
„Uns ist wichtig, dass die Einsatzkräfte nicht nur einzelne Maßnahmen kennen, sondern das gesamte Vorgehen verstehen und sicher anwenden können. Gerade bei Tiefbauunfällen entscheidet eine klare Struktur und ein ruhiges, abgestimmtes Handeln über den Einsatzerfolg“, erklärt Alexander Regensburger.
Von der Erkundung bis zur komplexen Sicherung
Neben den grundlegenden Sofortmaßnahmen trainierten die Teilnehmenden auch erweiterte Sicherungen für Rettungsarbeiten. Dazu gehörte unter anderem das Stabilisieren von Grubenwänden sowie der Umgang mit komplexeren Lagen, etwa bei verzweigten Gruben oder besonders instabilen Randbereichen. Ziel war es, auch in unübersichtlichen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und strukturiert vorzugehen.
Alle Teilnehmenden arbeiteten engagiert mit und konnten ihr Wissen deutlich ausbauen. Die vermittelten Grundlagen nehmen sie nun in ihre Ortsverbände mit und tragen so dazu bei, die Einsatzbereitschaft weiter zu stärken. Ein besonderer Dank gilt der Firma Eitel für die Bereitstellung des Geländes sowie der Feuerwehr für die enge Unterstützung. Bereits am kommenden Wochenende wird das THW die Ausbildung der Landkreisfeuerwehr begleiten und die Zusammenarbeit weiter vertiefen.
Text: Liam Flohry
Fotos: Alexander Regensburger, Franz Peter Lössel

