31.05.2021

THW startet nach Zwangspause mit Präsenzausbildung

Nach gut einem halben Jahr der Distanzausbildung per Videokonferenz starten die Katastrophenschützer des Hilpoltsteiner THW-Ortsverbandes wieder in die Präsenzausbildung. Zunächst erfolgt die Ausbildung in Kleingruppen und beschränkt sich auf Themengebiete, welche für den Einsatzerfolg unabdingbar sind. So startete erstmals nach der Corona-Zwangspause die Ausbildung für angehende Bootsführer*innen. Die Ausbildung an neu angeschafften Gerätschaften stand ebenfalls auf dem Ausbildungsplan, um im Ernstfall eine schnelle und richtige Bedienung der modernen Technik sicherzustellen.

Ortsbeauftragter Alexander Regensburger blickte am ersten Ausbildungssamstag in zwölf fröhlich und zugleich erwartungsvolle Gesichter, als er die Helfer*innen zu Beginn der Ausbildung begrüßte. Besonders wichtig war es Regensburger, noch einmal auf das im THW geltende Hygienekonzept hinzuweisen. Der Blick in die Runde bestätigte aber sofort, dass alle Vorgaben einwandfrei von den Anwesenden umgesetzt wurden und so konnte die Ausbildung auch sogleich starten.


Einsatzrelevante Ausbildung im Fokus


Mit der Fachgruppe Wassergefahren verfügt der Ortsverband über ein „Rettungs- und Suchboot“ sowie ein modernes „Finjet“, welche in Hochwasserlagen wichtige Transport- und Evakuierungsaufgaben wahrnehmen. Am nahegelegenen Rothsee und dem Main-Donau-Kanal konnten die Boote auch schon in Kombination mit der Ölsperre des Landkreises Roth sowie dem neu angeschafften Sonar wertvolle Hilfe leisten.


Für die Führung der Boote unter Einsatzbedingungen sind im THW speziell ausgebildete Bootsführer*innen eingesetzt. Diese erlernen im Ortsverband erste Grundkenntnisse, welche anschließend im Rahmen von zwei Lehrgängen im THW-Ausbildungszentrum in Hoya vertieft werden und mit einer Führerscheinprüfung abschließen. Um weitere Helfer*innen für diese Lehrgänge an der THW-Schule zu qualifizieren, legte Gruppenführer Thomas Hentschel den Fokus dieser Ausbildung auf die Optimierung der Fahrpraxis. So wurden auf dem Main-Donau-Kanal motorbetriebene Fahrmanöver trainiert. Hierzu zählten die Rettung von Personen aus dem Wasser, das Anlegen an einem zweiten Boot unter Fahrt, Wende- und Überholmanöver sowie An- und Ablegen vom Ufer. Ergänzt wurden diese Manöver durch die Ausbildung der Stiche und Bunde sowie durch Gewässerkunde.     


Mit neuer Technik geübt


Vor wenigen Wochen ergänzte der Ortsverband sein Einsatz-Gerüst-System (EGS) um einen „Bahn-Satz“. Dieser ermöglicht den Helfer*innen aus EGS-Komponenten eine Schienenwagenkonstruktion zusammenzusetzen. Neu sind dabei die Laufräder der Konstruktion, die durch ihre Formgebung auf Bahnschienen laufen können. Außerdem verfügt das Gefährt über eine Bremsanlage, so dass es auch auf abschüssigen Strecken sicher eingesetzt werden kann. Der Wagen dient dazu Material oder auch verletzte Personen über längere Strecken auf Schienen zu transportieren. Dies kann zum Beispiel bei Bahnunfällen in Tunnels erforderlich werden. Unter fachlicher Leitung von Truppführer Fabian Dotzer trainierten die Helfer*innen den Aufbau der fahrbaren Wagenkonstruktion.


Eine gute Ausleuchtung von Einsatzstellen erleichtert gerade bei Dunkelheit die Abarbeitung von Einsatzaufträgen. Um innerhalb von kürzester Zeit nach Eintreffen am Einsatzort eine Beleuchtung sicherzustellen, wurde vor wenigen Monaten der Mannschaftslastwagen (MLW IV) mit einem Lichtmast ausgestattet. Dieser ist zwischen Führerhaus und Aufbau angebracht und wird mit einer einfachen Handpumpe auf eine maximale Höhe von 3,20 Metern ausgefahren. Der Mast verfügt über zwei drehbare LED-Leuchten über die Bordelektronik mit Strom versorgt werden. Die Helfer*innen übten ebenfalls die korrekte Inbetriebnahme dieser neuen Errungenschaft, welche durch den ortsverbandseigenen Förderverein finanziert wurde.


Neu beschafft wurde auch eine LED-Flächenleuchte. Diese kann auf einem herkömmlichen Stativ montiert werden und so auch im unwegsamen Gelände zum Einsatz kommen.


Der persönliche Austausch, die gemeinsame Aktivität und die Pflege der Kameradschaft sind drei wichtige Bausteine für eine gut funktionierende Rettungsorganisation. In Zeiten der hohen Inzidenzwerte waren Videokonferenzen eine gute Alternative, um sich abzustimmen und in Kontakt zu bleiben. Am Ende der Ausbildung in kleiner Gruppe freuten sich die teilnehmenden Helfer*innen über den ereignisreichen Tag, welcher in Zeiten der Corona-Pandemie für etwas Abwechslung sorgte.


Text: Bernhard Bergauer
Fotos: Bernhard Bergauer


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