Ankommen, aufbauen, loslegen
Am Freitagnachmittag hieß es um 15:00 Uhr Abfahrt vom Ortsverband in Hilpoltstein zum Gelände in Langlau. Der erste Auftrag war der Aufbau des Feldlagers und der Küche. Beides sind wichtige Elemente, um bei mehrtägigen Einsätzen autark arbeiten zu können. Im Anschluss erfolgte die erste Einsatzübung, bei der die Einsatzkräfte ein realistisches Szenario erwartete:
Ein Gebäudeeinsturz nach einer angenommenen Gasexplosion mit mehreren vermissten Personen stellte das gesamte Team vor komplexe Herausforderungen. Mit technischem Gerät wie Spreizer und Unterbaumaterial retteten sie eine eingeklemmte Person. Weitere Vermisste mussten in den Trümmern lokalisiert werden, wobei sich eine davon in einem Schacht auf einer höheren Ebene befand. Sie konnte mittels Leiterhebel befreit werden.
Solche Übungen dienen nicht nur der Technikbeherrschung, sondern auch der Kommunikation zwischen den Gruppen. Nur wer sich gut absprechen kann, ist im Einsatzfall eine schnelle Hilfe.
Nach erfülltem Auftrag klang der Abend bei Gegrilltem und Gesprächen in kameradschaftlicher Runde aus. Dieser Programmpunkt ist ein bewusster Teil der Übung, um das Miteinander zu stärken.
Sturm, Regen und Einsatzaufträge
Nach dem Frühstück startete der Samstag mit mehreren parallel ablaufenden Übungseinheiten. Grundlage war ein fiktives Unwetter mit Sturm und Starkregen über dem Raum Gunzenhausen und Langlau. Dabei übernahm der Zugtrupp, das Führungselement des Technischen Zuges, die Koordination, arbeitete die Aufträge der Übungsleitung ab und dirigierte die eigenen Gruppen sowie fiktive Einheiten.
Die Bergungsgruppe und die Fachgruppe N bewältigten im Laufe des Tages vielfältige Einsatzlagen, die gezielt auf ihre Fähigkeiten abgestimmt waren:
- Bau eines Hochwasserstegs aus dem Einsatz-Gerüst-System (EGS), um Flächen trotz Überflutung zugänglich zu machen
- Rettung durch Wanddurchbruch, bei der eine eingeklemmte Person aus einem Gebäude befreit wurde
- Personenrettung von einem Turm, inklusive Seiltechnik
- Absturzsicherung und Rettung einer Person, die in ihrem Auffanggurt hängen geblieben war
- Gefahrgutlage im Keller, bei der eine Person unter einer Last lag und der korrekte Umgang mit Gefahrgut gefordert war
- Absicherung eines Tanks, dessen Fundament instabil geworden war
Nach jeder Übung zogen die Schiedsrichter in einer kurzen Nachbesprechung direkt vor Ort ein Fazit: Was lief gut? Was lässt sich verbessern? Dieses Feedback floss sofort in die weiteren Übungsabschnitte ein.
Am frühen Nachmittag endeten die Übungsszenarien. Nach Rückbau des Lagers, gemeinsamer Rückfahrt und Aufräumarbeiten im Ortsverband Hilpoltstein ließ die Mannschaft das intensive Wochenende verdient nach vielen Stunden konzentrierter Arbeit bei hochsommerlichen Temperaturen bei einem kühlen Eis ausklingen.
Voller Erfolg, trotz heißer Temperaturen
Die Übungstage verlangten den Einsatzkräften, insbesondere wegen der Temperaturen, einiges ab. Doch das Feedback war eindeutig positiv. Die Szenarien waren realitätsnah und fordernd, aber gleichzeitig so konzipiert, dass alle Gruppen ihre Kompetenzen einbringen und weiterentwickeln konnten. Das Zusammenspiel funktionierte reibungslos, neue Erfahrungen wurden gesammelt, und das Vertrauen innerhalb des Zuges weiter gestärkt.
Ein großer Dank gilt dem THW Gunzenhausen für die Bereitstellung des Übungsgeländes sowie allen Beteiligten im Hintergrund, die diese zwei Tage ermöglicht haben. Mit neuem Wissen, geschärften Abläufen und gestärktem Zusammenhalt ist das THW Hilpoltstein bereit für kommende Einsätze.
Text: Liam Flohry
Fotos: THW Hilpoltstein

