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Theoretische Ausbildung zu Flugunfällen für THW und Feuerwehren

Ende Februar haben Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) Hilpoltstein gemeinsam mit umliegenden Feuerwehren eine theoretische Ausbildung zum Thema Flugunfälle absolviert. Geleitet wurde die Schulung von Hans Rachl, Luftfahrtsachverständiger aus dem Landkreis Traunstein, der als Beauftragter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung tätig ist und seit vielen Jahren Einsatzkräfte in diesem besonderen Themenfeld schult.

Im Mittelpunkt der Ausbildung stand die Frage, wie Einsatzkräfte an einer Luftfahrzeugunfallstelle sicher und strukturiert vorgehen. Dabei ging es vor allem um die Menschenrettung aus teils stark beschädigten Flugzeugteilen, um sichere Bewegungen im unmittelbaren Umfeld der Unfallstelle sowie um den fachgerechten Umgang mit Trümmerteilen und möglichen Gefahrenbereichen. Gerade bei Flugunfällen treffen Einsatzkräfte auf eine Lage, die sich in Aufbau, Material und Risiken deutlich von vielen anderen Einsatzstellen unterscheidet. Hinweise für Feuerwehren und Fachdienste betonen deshalb, dass Eigenschutz, Absperrung und ein bewusstes Vorgehen an erster Stelle stehen.

Besondere Vorsicht bei Rettungssystemen

Ein Schwerpunkt lag auf Rettungsschirmen, wie sie in verschiedenen Kleinflugzeugen und Ultraleichtflugzeugen verbaut sein können. Diese Systeme sollen im Notfall das gesamte Luftfahrzeug an einem Fallschirm zu Boden bringen. Ausgelöst werden sie häufig pyrotechnisch über eine Rakete, die den Schirm in Sekundenbruchteilen aus dem Flugzeug schießt. Wird ein solches System bei einem Absturz nicht aktiviert, kann es an der Einsatzstelle weiter eine erhebliche Gefahr darstellen. Rachl wies darauf hin, dass eine unkontrollierte Auslösung schwere Schäden verursachen und Einsatzkräfte massiv gefährden kann. Solange kein entfalteter Fallschirm erkennbar ist, muss daher immer mit einem noch aktiven System gerechnet werden.

Hans Rachl machte in der Ausbildung deutlich, wie wichtig es ist, solche Gefahren früh zu erkennen, den Bereich konsequent zu sichern und die eigenen Bewegungen an der Unfallstelle darauf abzustimmen. Dazu gehört auch, Bauteile nur kontrolliert zu bergen und die Besonderheiten eines Luftfahrzeuges in die Einsatzentscheidung einzubeziehen. Für die Teilnehmenden aus dem THW Hilpoltstein und den umliegenden Feuerwehren bot die Ausbildung damit wertvolles Wissen für einen Einsatzfall, der selten eintritt, dann aber ein besonders umsichtiges und fachlich sauberes Handeln verlangt.

 

Text: Liam Flohry
Fotos: Liam Flohry

 


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