30.03.2019

Popcorn mit der Ölsperre erfolgreich eingefangen

Die schon fast sommerlichen Temperaturen am letzten Ausbildungswochenende im März lockten die Helferinnen und Helfer des Hilpoltsteiner THW-Ortsverbandes zum nahegelegenen Main-Donau-Kanal. Dort trainierten die THW-Helfer das Einbringen der Ölsperre in das Gewässer und frischten zugleich ihre Bootsfahrpraxis nach der langen Winterpause auf.

Der Main-Donau-Kanal bildet mit seinen rund 171 Kilometern Länge eine wichtige Wasserstraßenverbindung zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer. Insgesamt 16 Schleusen waren nötig, um den Höhenunterschied vom Main bis zur Donau auszugleichen. Zwei der Schleusen (Eckersmühlen und Hilpoltstein) befinden sich in direkter Nähe zum Hilpoltsteiner THW Ortsverband und ermöglichen der Berufsschifffahrt auf ihrer Reise eine Berg- bzw. Talfahrt. Täglich befahren Berufsschiffe das eher ruhige Gewässer und transportieren Güter wie Steine, Nahrungsmittel oder auch Gefahrstoffe. Um bei einer Havarie die Gefahr einer Verunreinigung des Gewässers zu minimieren und dadurch Schäden für das Ökosystem zu vermeiden, wurde vom Landkreis Roth der Ölwehrsatz „Bayern“ angeschafft. Dieser besteht aus einer 200 Meter messenden Ölsperre sowie einem Skimmer. In Sachen Ölwehr arbeitet die Freiwillige Feuerwehr Hilpoltstein mit dem örtlichen THW Ortsverband Hand in Hand zusammen. So wurde die Ölsperre aufgrund der vorhandenen Fachgruppe Wassergefahren mit ihren beiden motorisierten Einsatzbooten beim THW stationiert. Der Skimmer, welcher Verunreinigungen auf der Wasseroberfläche einfängt, wurde bei der Feuerwehr untergebracht.

Um im Ernstfall zügig die Ölsperre auszubringen, bedarf dies eines regelmäßigen Trainings. Hierzu hatte Truppführer Sebastian Luft von der Fachgruppe Wassergefahren ein ausgeklügeltes Ausbildungskonzept auf die Beine gestellt und so rollten kurz nach Dienstbeginn auch schon die ersten THW-Fahrzeuge samt Boote und Ölsperre in Richtung Main-Donau-Kanal. Dort staunten die Camper nicht schlecht, als eine ganze Fahrzeugkolonne in den frühen Morgenstunden an der Slipstelle eintraf und die Boote zu Wasser gebracht wurden. Dank vieler helfenden Hände ging das auch sehr zügig und so konnten die Helferinnen und Helfern gleich den einführenden Worten zum angenommenen Ausgangsszenario sowie allerlei Wissenswertem zur Ölwehrbekämpfung lauschen.

Um die Ausbildung möglichst realistisch und selbstverständlich umweltfreundlich zu gestalten, wurde anstatt von Öl etwas Popcorn auf der Wasseroberfläche ausgebracht, welches anschließend mit der Ölsperre „eingefangen“ und mit Schöpfgefäßen wieder aus dem Wasser entnommen wurde.

Hier war Teamarbeit gefragt und so wurde die Ölsperre Meter für Meter auf dem Wasser ausgebracht. Für die Bootsbesatzung keine leichte Aufgabe, da die angehängte Ölsperre die Manövrierfähigkeit des Bootes auf dem Wasser stark beeinträchtigte. Hier war Fingerspitzengefühl gefragt. Dennoch konnte zügig dem treibenden Popcorn mit der Ölsperre eine wirkungsvolle Grenze gesetzt und in Richtung Land gelenkt werden.

Text: Bernhard Bergauer
Fotos: Johann Schüssler


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