THW-Ortsbeauftragter Alexander Regensburger und dessen Stellvertreter Dieter Kobras informierten im ersten Themenblock über wichtige rechtliche Grundlagen. Anhand zahlreicher Beispiele veranschaulichte Dieter Kobras die Festlegungen im THW-Gesetzt zum Aufgabenumfang der Katastrophenschutzorganisation des Bundes. Hier ging man insbesondere der Frage nach, welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit das THW im Rahmen einer Amtshilfe für Behörden tätig werden kann. Wie die Teilnehmenden schnell feststellten, sind für die Beantwortung dieser relativ einfachen Frage doch sehr viele Faktoren entscheidend.
Einsätze müssen auch immer – unabhängig des Ausmaßes – von der einsatzleitenden Führungskraft anhand des W-Fragen-Merkschemas dokumentiert werden. Hierzu erhielten die Teilnehmenden ebenfalls wichtige Informationen über die ordnungsgemäße Führung eines Einsatztagebuchs (ETB).
Wie in jedem Unternehmen gibt es ein Qualitätsmanagement-Handbuch, in dem wichtige Regelungen in Bezug auf die Aufbau- und Ablauforganisation getroffen werden. Die „Ausrücke und Alarmordnung“ trifft im Hilpoltsteiner THW-Ortsverband ähnliche Aussagen, die Alexander Regensburger den Einsatzkräften näher erläuterte.
Förderung der Entscheidungskompetenz
Nach der Theorie folgte die Praxis anhand mehrere Planspielaufgaben. Die Fallbeispiele deckten ein breites Spektrum an typischen Einsatzoptionen für das THW ab. Eine Vermisstensuche, Technischen Hilfeleistung auf Verkehrswegen (THV), Pumparbeiten nach einem Hochwasser bis hin zu einer Explosion. In Kleingruppen bunt zusammengewürfelt, erhielten die Teilnehmenden eine kurze Einführung in das jeweilige Einsatzszenario und mussten anschließend auf die skizzierte Einsatzlage gestellte Fragen beantworten. Der Vorteil: Sowohl die Fach- als auch die Entscheidungskompetenz wurden dabei trainiert. So mussten in einem ersten Schritt Informationen analysiert und um weitere durch geschickte Fragetechniken ergänzt werden. Lagen alle Informationen vor, war es Aufgabe der Führungskräfte, fundierte und effektive Entscheidungen in Bezug auf die operative Abarbeitung des Einsatzes unter Berücksichtigung gegebener Ressourcen – wie Personal und Material – zu treffen.
Exkurs: Ölschadensbekämpfung
Mit Sebastian Luft und Alexander Regensburger verfügt der THW-Ortsverband über zwei Technische Berater „Ölschaden“. Da Hochwassersituationen oft mit vollgelaufenen Kellern und beschädigten Öltanks einhergehen, informierte Alexander Regensburger über wichtige Sofortmaßnahmen an der Einsatzstelle. Weiterhin erhielten die Einsatzkräfte einen kleinen Einblick, mit welchen Einsatzmitteln Wasserproben auf Verunreinigungen untersucht werden können.
Lebenslanges lernen
Die Ausbildung hat es am Ende gezeigt: Lebenslanges Lernen hält nicht nur im Ehrenamt fit. Fach- und Entscheidungskompetenz können im Beruf und Privatleben ebenfalls ganz nützlich sein. Wer offen für Neues bleibt, meistert jede Herausforderung.
Text: Bernhard Bergauer
Fotos: Bernhard Bergauer

