10.10.2020

Eine Atemschutzübung mit Hindernissen

Es ist dunkel, kalt und die Rettung eines Kameraden vereitelt die gedachte Übung. Vergangenen Freitag übten unsere Atemschutzträger auf dem Gelände des THW Ortsverbandes Hilpoltstein das Tragen des Atemschutzes in sperrigem Gelände. Dabei wartete eine besondere Überraschung nicht nur auf die Übenden, sondern auf alle Helfer, die an diesem Abend vor Ort waren.

Um in Übung zu bleiben, müssen unsere Atemschutzträger regelmäßig die Atemschutzmaske tragen und sich dabei durch unwegsames Gelände schlagen. In diesem Fall hatten sie die Aufgabe, sich um eine Person zu kümmern, die unter einem Stahlfass eingeklemmt war. Aus diesem Fass trat ein Dampf aus, den man nicht einordnen konnte. Das war der Startschuss für unsere Helfer, um sich vorsichtig dem Gefahrenbereich zu nähern und die verunglückte Person sicher zu bergen. Die Sicht wurde zudem erschwert, da die Person in einem hinteren Bereich unserer Holzgaragen lag und das Licht ausgefallen war.
Glücklicherweise konnten die Kameraden die Person erfolgreich bergen und sich anschließend um die Evakuierung unserer Werkstatt sowie des OB-Zimmers kümmern. Denn in der Zwischenzeit waren auch dort unbekannte Dämpfe aufgetreten, die eventuell lebensbedrohlich hätten sein können.

Eine andere Gruppe hatte den Auftrag, durch unsere Atemschutzstrecke, in Form eines engen Tunnels, zu klettern und sich dann wieder auf dem Gelände einzufinden. Gesagt, getan, alle Helfer kamen erfolgreich durch den Tunnel. Allerdings verletzte sich einer von den drei Personen am Bein und konnte nicht mehr selbständig die Leiter hochklettern.
Das rief die Helfer, die oben warteten, auf den Plan. Eigentlich hätten sich diese ausschließlich um das An- und Ausziehen unserer Atemschutzträger kümmern sollen. Doch unverhoffte Einsätze kommen oft, weshalb sie sich sofort zusammenfanden und beschlossen, den Kameraden mittels eines Dreibocks und der Korbtrage an die Oberfläche zu bringen.
Mit vereinten Kräften konnten sie schnell den Verunfallten aus der Grube holen und ihn notärztlich versorgen.

„Diese geplanten Übungen helfen den Helfern und Helferinnen, in plötzlichen Notsituationen besonnen zu reagieren und schnell eine Lösung zu finden,“ schließt Zugführer Sebastian Luft grinsend, der diese Überraschungen mit unserem Verantwortlichen für Atemschutz, Markus Langohr, natürlich vorausschauend geplant hatte, um alle Helfer an diesem Abend zu fordern.

Text: Liam Flohry
Fotos: Liam Flohry, Bernhard Bergauer


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