Katastrophen und Unfälle richten sich nicht nach der Uhrzeit. Um für nächtliche Einsätze gerüstet zu sein und weitläufige Einsatzstellen taghell auszuleuchten, verfügen die Hilpoltsteiner Katastrophenschützer über eine moderne Beleuchtungstechnik sowie zugehörige Notstromaggregate.
Regelmäßiges Training sorgt im Ernstfall für Routine. Gut, wenn unter realitätsnahen Bedingungen geübt werden kann und gleichzeitig noch ein Mehrwert entsteht. Bereits vor Einbruch der Dunkelheit machten sich die Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Hilpoltstein auf den Weg zum Motorsportgelände des MSC Jura Heideck nach Liebenstadt. Grund hierfür war zum Glück kein schlimmer Unfall, sondern der traditionelle Nacht-Trial.
Erkundung – Materialplanung – Durchführung
Unwegsames Gelände – ein hügeliges Waldstück mit vier aufgebauten Parcours – erwartete die Einsatzkräfte. Die Erkundung des Geländes lieferte erste Fakten für die Materialplanung. So wurden die Standorte für Lichtstative und Aggregate fixiert. Die mitgebrachte Beleuchtungstechnik war umfangreich: Vom Scheinwerfer bis hin zur modernen und energiesparenden LED-Flächenleuchte war alles mit dabei. Der Planung folgte bei knapp 30 Grad Lufttemperatur eine schweißtreibende Durchführung. Das weitläufige Trial-Gelände erforderte lange Kabelstrecken und schon bald konnte die Feinjustierung der Beleuchtungsmittel erfolgen.
Präzision, Technik und Nervenkitzel
Trial – eine besondere Disziplin im Motorsport – setzt nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf Geschicklichkeit, Balance und Körperbeherrschung. Beim Trial bewegen sich die Fahrerinnen und Fahrer auf ihren Motorrädern über natürliche und künstliche Hindernisse. Ziel ist es, beim Durchfahren der Parcours so wenige Strafpunkte wie möglich zu erhalten. Jedes Absetzen des Fußes auf den Boden wird von den Schiedsrichtern als Strafpunkt gewertet. Daher sind Präzision und Technik gefragt.
Im Mondschein über Stock und Stein
Kurz nach Sonnenuntergang fiel der Startschuss für das Nachtspektakel. Aufgabe der Teilnehmenden war es, jeden der vier aufgebauten Sektionen viermal zu durchfahren. Für die Fahrerinnen und Fahrer war der Nacht-Trial aufgrund der nicht alltäglichen Lichtsituation eine echte Herausforderung. Nach rund drei Stunden motorengeschnatter waren alle Sektionen durchfahren und die Katastrophenschützer konnte mit dem Rückbau beginnen.
Text: Bernhard Bergauer
Fotos: Bernhard Bergauer

