Besichtigung ICE-Tunnel „Euerwang“
Den Ausbildungssamstag nutzten die Helferinnen und Helfer des THW Ortsverbandes Hilpoltstein für eine gemeinsame ICE-Tunnelbesichtigung mit Kreisbrandrat Werner Löchl und Kreisbrandinspektor Werner König. Es galt, sich ein Bild über die Begebenheiten vor Ort zu machen, was im Ernstfall die Orientierung erleichtert.
Der Tunnel „Euerwang“ ist der längste Tunnel auf der ICE-Strecke Nürnberg – München mit einer länge von 7.700 Metern. Durchfahrende Züge benötigen für diese Strecke atemberaubende 90 Sekunden bis diese wieder das Tageslicht erblicken.
Da der THW Ortsverband Hilpoltstein im möglichen Falle eines Unglücks mit allen verfügbaren Helfern gefordert ist, hatte Zugführer Karl-Heinz Stark für die Besichtigung des Tunnels Kreisbrandrat (KBR) Werner Löchl eingeladen. Unterstützt wurde Löchl von Kreisbrandinspektor (KBI) Werner König.
Treffpunkt war das Norportal des Tunnels „Euerwang“. Pünktlich um 9:00 Uhr trafen die Helferinnen und Helfer des THW Ortsverbandes ein. Bevor die Helfer in die unmittelbare Nähe der Fahrstrecke durften, nahm KBI König Kontakt mit dem Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn AG auf. Die Fahrgeräusche waren schon von weitem hörbar. Die THW´ler konnten zwei vorbeirauschende ICE-Züge hautnah erleben, die Geschwindigkeiten zwischen 200 Km/h bzw. 250 Km/h fuhren.
Danach ging es weiter bis hoch nach „Kraftsbuch“ zum Notausstieg 2. Dort wurde wiederum über die Dienststelle in München der Eingang freigeschaltet. Der Notausstieg befindet sich im ersten Drittel des Tunnels. Von der Rettungsschleuse an der Fahrstrecke im Tunnel führt eine schräge Ebene nach oben, die alle unsere Helfer für einen Frühsport nutzten. Es mussten je 480 Treppen runter und 480 Stufen wieder hochgelaufen werden.
Weiter ging es zum Notausstieg 3. Im Schadensfall ist der THW Ortsverband für die Stromversorgung an diesem Notausstieg zuständig. Dort befindet sich auch der Aufzugprototyp, mit dem schweres Gerät mittels Transportboxen nach unten gebracht werden kann. Dieser Lastenaufzug ist nach wie vor noch nicht in Betrieb genommen worden, da laufend noch Änderungen durchgeführt werden.
Danach fuhren die Helfer weiter zum Notausstieg 4. Dabei handelt es sich um den einzigen Rettungsstollen, der für Fahrzeuge befahrbar ist. Die THW´ler verteilten sich auf die Fahrzeuge und fuhren in der Kolonne in den fast 1,5 Kilometer langen Schacht ein. An der Talsohle angekommen, ging es zu Fuß weiter in die Rettungsschleuse. In diesem Bereich können sich bis zu 100 Personen kurzzeitig vor Rauch schützen. Die Schleuse ist mit Brandschutztüren ausgestattet. Zum Abschluss der Erkundung fuhr man mit den Großfahrzeugen die Fahrstrecke ab, welche im Falle einer Schadenslage zur Einbahnregelung wird.
Den kulinarischen Ausklang fand die Exkursion im Gredinger Feuerwehrhaus, wo gemeinsam noch ein Mittagessen eingenommen wurde. Bevor sich die Gruppe auf die Heimreise machte, nutzte man die Gelegenheit, den Neubau des Gerätehauses der Stützpunktfeuerwehr Greding zu besichtigen.
Die Kameradinnen und Kameraden des THW Ortsverbandes Hilpoltstein bedanken sich für die Ausführungen von KBR Werner Löchl und KBI Werner König recht herzlich.
Text: Karl-Heinz Stark Bilder: Johann Schüssler
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