Sie sind hier: Aktuelles  

23.01.2010 THV-SEMINAR IM ORTSVERBAND ROTH
 

Wissensdurstige Führungskräfte zu Gast im THW Ortsverband Roth


Am vergangenen Samstag fand in den Räumlichkeiten unseres Nachbarortsverbandes das jährliche THV-Seminar für alle Ortsverbände mit THV-Dienst statt. Das Seminar, zu dem sich insgesamt zwölf Führungskräfte unseres Ortsverbandes auf den Weg nach Roth machten, wurde federführend durch die Geschäftsstelle Ingolstadt organisiert.

Bereits eine Stunde vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn, wurde es mit Parkmöglichkeiten an der Zufahrtsstraße zum THW Ortsverband Roth eng. Stoßstange an Stoßstange reihten sich dort die fahrbaren Untersätze der insgesamt sieben teilnehmenden Ortsverbände aus dem Geschäftsführerbereich Ingolstadt. Sie alle folgten der Einladung von Klaus Labitzke, Sachbearbeiter Einsatz, um ihre Kenntnisse zum Thema „Technische Hilfe auf Verkehrswegen“ aufzufrischen und um diese durch neue Impulse zu ergänzen.

Zu Veranstaltungsbeginn erläuterte Labitzke den anwesenden Führungskräften und Helfern den Zweck des THV-Dienstes. „Die Technische Hilfe auf Verkehrswegen dient der Unterstützung der Polizeidienststellen bei der Beseitigung von Verkehrsstörungen und zur Wiederherstellung des Verkehrsflusses auf Bundesautobahnen“, so Labitzke und mahnt zu umsichtigem Handeln auf den viel befahrenen Autobahnabschnitten innerhalb des Geschäftsführerbereiches.

Gastdozent, Werner Bauer von der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Feucht, machte die rund 30 Seminarteilnehmer im Rahmen seines Vortrags auf vorhandene Gefahrenquellen bei Einsätzen auf Autobahnen aufmerksam und versorgte die Zuhörer mit zahlreichen Tipps zum optimalen Verhalten auf Verkehrswegen. „Jedes Jahr sterben eine Vielzahl von Helfern auf der Autobahn, weil diese die Gefahren unterschätzt haben“, berichtet Bauer. Die Gefahrenpotentiale sind vielfältig. Diese reichen von gesundheitlich beeinträchtigten Autofahrern aufgrund von verminderter Sehleistung oder mangelnder Reaktionsfähigkeit in Folge von Drogenkonsum bis hin zur hohen Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die eine Unfallstelle passieren. „Die zunehmende Verkehrsdichte auf den deutschen Autobahnen sollte von den Einsatzkräften ebenfalls nicht unterschätzt werden“, betont Bauer. Allein das rund 190 km lange Autobahnnetz, welches sich auf den Dienstbereich der VPI Feucht erstreckt, wird im Jahresdurchschnitt täglich von 250.000 Fahrzeugen passiert. Ein Unfall mit Staufolge kann so ganz schnell so genannte Auffahrunfälle erzeugen, wenn Sicherheitsabstände von Fahrzeug zu Fahrzeug nicht mehr eingehalten werden.

Aber nicht nur die Sensibilisierung auf Gefahrquellen stand im Mittelpunkt der Ausführungen des Hauptkommissars. Die Eigensicherung stellte einen ebenso wichtigen Bestandteil des multimedialen Vortrags dar. „Viele Unfallstellen gleichen einem Labyrinth“, erklärt Bauer. Der Autofahrer sieht teilweise an der Unfallstelle viel blinkendes Licht, doch er kann auf den ersten Blick nicht erfassen, wie er die Unfallstelle richtig passieren soll. Für solche Fälle hat Bauer gleich die Richtige Lösung im Gepäck und berichtet über den erfolgreichen Einsatz von so genannten „Führungslichtanlagen“. Dabei handelt es sich in der Regel um Blitzlichter, welche entlang der Unfallstelle aufgestellt werden. Der Autofahrer wird mittels der - in zeitlichen Abständen - abgegebenen Lichtimpulse sicher an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Der Autofahrer kann sich aufgrund der Leitwirkung der Lichter frühzeitig auf einen Spurwechsel einstellen und erhält durch das Licht eine Orientierungshilfe.

Abschließend lobte Bauer die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Verkehrspolizei und dem THW in den vergangenen Jahren.

Ergänzend zu den Ausführungen von Bauer informierte Labitzke die Teilnehmer über die THW spezifischen Regelungen zum THV-Dienst und ging in seinem Vortrag auf die rechtlichen Grundlagen sowie den organisatorischen Ablauf ein. Darüber hinaus stellte er den Entwurf einer „Stärke- und Ausstattungsnachweisung“ (STAN) für den THV-Dienst vor und erläuterte diese.


Text: Bernhard Bergauer
Bilder: Bernhard Bergauer




 



09.01.2010 Nachtrodeln am Schlossbuck | 29.01.2010 Jahreshauptversammlung