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16.09.2011 TAL-ÜBUNG
 

Routinierte und erfolgreiche Bekämpfung eines Ölunfalls am Chiemsee


Es ist ein bekanntes Skigebiet – die Region um Kitzbühel. Und über diese Berge verläuft die transalpine Ölleitung. Bei einem tatsächlichen Ölunfall in dieser Gegend bringt der reißende Gebirgsfluss Tiroler Achen aus Österreich dieses Öl in den Chiemsee.
Und erst hier im Mündungsdelta der Achen ist durch die Beruhigung und Verlangsamung des Wassers eine erfolgversprechende Ölbekämpfung möglich und gleichzeitig dringend notwendig.

Es ist deshalb jährlich in verschiedener Intensität im Mündungsbereich des Deltas eine umfangreiche Übung mit zahlreichen THW Ortsverbänden durch die Behörden vorgeschrieben. Da dieses Achendelta für Vögel eine äußerst seltene Ruhezone ist wurde vor einigen Jahren diese Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein Beüben ist somit nur in einer gewissen Zeit im Herbst so wie am letzten Wochenende zulässig.

Gemeinsam mit dem Pipeline-Betreiber TAL (Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH) haben die federführenden THW Ortsverbände Rosenheim, Traunstein und Traunreut und weitere sieben Ortsverbände dieses Jahr eine aufwendige zweitägige Vollübung mit allen Komponenten veranstaltet. Die wichtigsten Komponenten davon sind die Ölsperre, die Skimmer zur Ölabschöpfung am See, der Transport ans Seeufer sowie die Separation des Öl-Wasser-Gemisches am Umschlageplatz.
Erstmals wurde zur Führung des Gesamtszenarios mit 180 beteiligten Mitarbeiter der Fa. TAL und des THW die Führungsstelle der FK Mühldorf mittels FüKomKW und FüLa-Anhänger durch den OV Hilpoltstein unterstützt.

Das Einbringen der einzelnen schwimmenden Tauchwandelemente der Fa. TAL begann am Freitag. Die Boote des GFB Bad Tölz und Mühldorf mit ihren Mannschaften zogen die Stränge von gekoppelten Sperren zu ihren Einsatzorten wo diese zu einer 1 km langen Gesamtsperre verbunden wurden. Entlang dieser Sperre wurden am Samstag Skimmer installiert welche im Ernstfall das oben aufschwimmende Öl absaugen. Zum Transport dieses Öl-Wasser-Gemisches ans Ufer zogen THW-Boote eine entsprechend lange Schlauchleitung zu den Ölaufnahmestellen. Am Ufer bauten Bergungshelfer die TAL-eigene Separationsanlage auf. Ergänzt wird diese Anlage bei der Übung seit letztem Jahr durch die SEPCON-Anlage Ölwehr C des THW Ortsverband Kelheim.
Ebenso arbeits- und auch logistisch intensiv wie der Aufbau war anschließend der Abbau.

Die Beobachter von der Regierung von Oberbayern, den Landratsämtern Traunstein und Rosenheim, von bayerischen Werksfeuerwehren und bundesweiten Feuerwehrschulen und Fachfirmen beeindruckte die Leistung der hochmotivierten Mannschaft.


Text: Klaus Labitzke
Bilder: Matthias Simbürger




 



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