Mittelalterliche Zeitreise
Das Burgfest bildet einen kulturellen Höhepunkt im städtischen Veranstaltungskalender von Hilpoltstein. Es findet jährlich am ersten Augustwochenende statt und versetzt die historische Burgstadt am Rothsee vier Tage lang in einen Ausnahmezustand.
Geschichtlich beruht das Burgfest auf eine große Persönlichkeit: Die Pfalzgräfin Dorothea Maria (1559 - 1639). Diese verlegte nach dem Tod ihres Gemahles Pfalzgraf Ottheinrich II. (1556 - 1604) im Jahr 1606 ihren Wohnsitz nach Hilpoltstein. Dort engagierte sie sich wohltätig für die Belange der Bürger und gewann so die Herzen der Hilpoltsteiner.
Viele ehrenamtliche Helfer tragen dazu bei, dass das Burgfest zu einem unvergesslichen Fest für die über 14.000 Einwohner von Hilpoltstein und für die zusätzlich angereisten Besucher wird. Für die Helfer des örtlichen THW Ortsverbandes ist es schon seit Jahren selbstverständlich, seinen Teil zum Gelingen der Burgfesttage beizutragen.
Bereits wenige Wochen vor den eigentlichen Festtagen, sorgten Helfer für eine festliche Beflaggung der Altstadtstraßen mit gelben und schwarzen Dreiecksfähnchen.
Am Montagabend vor dem Burgfest wurden noch zahlreiche historische Pferdefuhrwerke und Leiterwägen auf Hochglanz poliert.
Der Burgfest-Trödelmarkt des Hilpoltsteiner Gewerbevereins „plus pol“ bildete am Burgfestsamstag einen Schwerpunkt im Burgfestrahmenprogramm. Wo zuvor Autos parkten, breiteten Kinder und Erwachsene in den frühen Morgenstunden ihre Trödelwaren aus. Auf Kundschaft mussten die Verkäufer nicht lange warten. In kürzester Zeit füllte sich die Hilpoltsteiner Innenstadt mit zahlreichen Besuchern und die eine oder andere Trödelware wechselte nach kürzen Verhandlungen seinen Besitzer. An einem eigenen Stand versorgten THW-Helfer hungrige Marktbesucher mit der originalen „THW-Landsknechtsuppe“. Es erinnert fast an die Geschichte vom Zaubertrank aus der Comicserie „Asterix und Obelix“: Nur das Küchenteam um Marga Hentschel kennt das genaue Rezept über die richtige Zubereitung der echten „THW-Landsknechtsuppe“. Daher muss nach der letzten Schöpfkelle aus dem Suppenkessel ein ganzes Jahr vergehen, bis die Hilpoltsteiner Bürger wieder in den Genuss dieser Köstlichkeit kommen.
Der Höhepunkt der Festtage spielte sich sprichwörtlich am Sonntag auf dem Marktplatz der Stadt Hilpoltstein ab. Dort versammelten sich die Bevölkerung und zahlreiche Besucher, um das Festspiel mitzuerleben. Im Schatten des historischen Rathauses bevölkerten Hunderte von Bürger den Marktplatz, um den festlichen Einzug der Pfalzgräfin – in diesem Jahr dargestellt von Gabi Büttner – mit ihren drei Töchtern im Rahmen eines Festspiels nachzuspielen. Bei so viel Trubel ist es für die Landsknechtgruppe des THW Ortsverband Hilpoltstein selbstverständlich, für Sicherheit und Ordnung beim Festspiel zu sorgen und sich in den anschließenden Festzug zum Kreuzwirtskeller einzureihen.
Text: Bernhard Bergauer Bilder: Bernhard Bergauer
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